Innenhof- und Gemeinschaftsflächen in zentralen urbanen Räumen

Aktuelle Nutzungen und Wahrnehmungen sowie ihre Rolle innerhalb des Diskurses zu Nachhaltigkeits- Transformation

In Arbeit – August 2019

SDG 11

Masterarbeit – Lukas Emmerich

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Abstract

Zentral gelegene Innenstädte in Mitteleuropa waren seit etwa 1965 Paradebeispiele der „behutsamen Stadterneuerung“. Hohe Dichten (GFZ), wirtschaftliche und touristische Dynamik aber auch die historisch gewachsenen Stadtbilder führten mitunter dazu, dass die Gestaltung eines jeden m² in langwierigen planerischen und demokratischen Prozessen ausgehandelt wurde. Schaffung von leistbarem Wohnraum und hochwertigen Grünflächen bzw. öffentlichem Raum werden dabei zunehmend schwierig und sind Hauptgegenstände aktueller stadtpolitischer Diskurse. Gleichzeitig bestehen Innenhöfe und weitgehend unbebaute Flächen in Dimensionen (ha-km²), die beispielsweise in den zentralen Innsbrucker Stadtvierteln Wilten, Saggen und Pradl jene der öffentlich zugänglichen Grünflächen bei weitem übertreffen. Doch wie werden diese Flächen genutzt und wahrgenommen? Besonders solche Innenhöfe aus gründerzeitlicher Blockrandbebauung sind für die allgemeine Öffentlichkeit meist nicht sichtbar und ebenso schwer zugänglich. Von AnwohnerInnenseite werden sie auf vielseitige Weise genutzt. Die Palette reicht dabei von versiegelten Park- und Gewerbeflächen bis hin zu sehr artenreichen Grünflächen mit Gartenbau. Bezüglich der Zugänglichkeit und Eigentumsverhältnisse gilt ähnliches: privater, gemeinschaftlicher, halböffentlicher oder öffentlicher Raum; die Klassifizierung ist hier vielseitig und komplex, aber oft auch ungeplant. Die angedachte Arbeit hat daher zum Ziel Innsbrucker Innenhöfe und Gemeinschaftsflächen – aus geschlossener, wie offener Blockrandbebauung aber auch gemeinnützigem Wohnbau des früheren 20. Jahrhunderts und modernere Wohnbauten – hinsichtlich ihres Wertes als Grün-, Begegnungs- und Nutzräume vergleichend zu analysieren. Als theoretische Basis dient hierbei der Diskurs zur sozial-ökologischen Transformation bzw. Nachhaltigkeits-Transformationen („große Transformation“, Schneidewind 2018) allgemein, sowie Literatur zu Commons-Wirtschaft, Ernährungssouveränität und öffentlichem Raum, im Speziellen.

Methodischer Zugang

  • Beobachtung (nicht-teilnehmend; halbstandardisiert): Erfassung von Nutzungen;
  • Fernerkundung/GIS: Erfassung von Flächendimensionen und Nutzungen/Oberflächenbedeckungen;
  • Archive & Grundbücher: Erhebung von historischen Nutzungen und Eigentumsverhältnissen
  • Kartierung von: Zugänglichkeit; Nutzungen; Oberflächenbedeckungen; Parzellierung/Hindernisse;
  • Interviews: Wahrnehmungen der Flächen; Visionen; Potentiale; Konflikte & Herausforderungen

Es handelt sich bei diesem Vorschlag um einen sehr vielseitigen, vorwiegend qualitativ ausgerichtetem Methodenmix. Die Punkte 1-3 haben dabei vorwiegend explorativen Charakter. 4-5 sollen vertiefter durchgeführt werden.
Zugrunde liegt der Methodik ein analytisch-vergleichender Ansatz in Anlehnung an diskutierte Aspekte aus der Literatur (Transformative Forschung; sozial-ökologische Transformation; Commons…). Das Vorgehen orientiert sich dabei weitestgehend an offenen, qualitativen Fragestellungen und ist nicht (ad hoc oder a priori) hypothesen-geleitet.

SDG Einbindung und erwünschte Zusammenarbeit

Einbindung: SDG 2 und SDG 12
Erwünschte Zusammenarbeit: SDG 8, SDG 13 und SDG 15

Sonstiges

Eine Beteiligung an den Arbeiten und Diskursen des SDG 11 – insbesondere an den Subtarget-Gruppen 11.3. und 11.7. – wird angestrebt. Hierbei werden sowohl die Erkenntnisse und Ergebnisse der Master-Arbeit, als auch die persönliche Erfahrung des Kandidaten zu Nachhaltigkeits- und stadtplanerischen Aspekten und die Zusammenarbeit mit INUI und dem forum n als gewinnbringend angesehen

Voraussetzung des Kandidaten

  • Abgeschlossenes Bsc. Studium (Geographie)
  • Alle benötigten LVs des Masterstudiums „Geographie: globaler Wandel, regionale Nachhaltigekeit“ LFU Innsbruck
  • Mitglied INUI (Initiative Nachhaltige Uni Innsbruck)Nachhaltigkeits- und stadtplanerischen Aspekten und die Zusammenarbeit mit INUI und dem forum n als gewinnbringend angesehen

Fakten zur Abschlussarbeit

Universität: Leopold-Franzens-Universität Innsbruck
Betreuer: Martin Coy und Ute Ammering
Beginn: August 2019
Kontakt: Lukas Emmerich
E-Mail: lukas.emmerich@uibk.ac.at

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