SDG9 -Kreislaufwirtschaft als Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung

UniNEtZ-Newsfeed: SDG 9

(ExpertInnen aus Wissenschaft und Industrie sehen die Notwendigkeit für eine „Circular Economy Innovation & Technology Roadmap 2030“ als Grundlage für langfristige Investitionen und Innovationen in eine nachhaltige Entwicklung)

von Mag.a Dr.in Daniela Schrack (Linz. 09.12.2019)

Nach der ersten Kickoff-Veranstaltung im Januar 2019 fand am 16. Oktober ein Stakeholder-Workshop für das SDG 9 an der JKU statt. Ziel des Workshops war es, den grundlegenden Rahmen und die Systemgrenzen für das SDG 9 zu diskutieren, die Targets zu konkretisieren und erste Beispieloptionen für die Bereiche Industrie, Innovation & Forschungsförderung und Infrastruktur zu sammeln. Im Rahmen dieses Workshops nahmen insgesamt 5 VertreterInnen der JKU Linz, ein Mitarbeiter der TUG und 3 VertreterInnen großer Industrie- bzw. Entsorgungsinfrastrukturunternehmen (voestalpine, Borealis, Austria Glas Recycling bzw. ARA) teil. Da das SDG 9 u.a. den Fokus auf „Industrie“ setzt, war der Einbezug von IndustrievertreterInnen von Anfang an geplant und im Laufe des Workshops stellte sich heraus, dass diese Vorgehensweise äußerst nützlich war und interessante und wertvolle Perspektiven aufzeigte.

Einen Teil der Ergebnisse aus dem Workshop möchten wir nachfolgend vorstellen:

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Erster gemeinsamer Bezugsrahmen für SDG 9

Der Bezugsrahmen für das SDG 9 soll ausgehend von der Perspektive der Industrieunternehmen eine Schwerpunktsetzung innerhalb des SDG 9 in der Schnittstelle Industrie – Infrastruktur – Innovation erlauben und es ermöglichen, Systemgrenzen festzulegen. In einem ersten Schritt wird der Fokus auf die Targets 9.1, 9.4 und 9.5 gesetzt, die Bearbeitung der weiteren Targets erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt. Abweichend bzw. ergänzend zu diesen Unterzielen ist der Fokus auf nachhaltige Standortentwicklung (biodiverse Industrie- und Gewerbeparks) hervorzuheben, sowie im Rahmen der Infrastruktur der Fokus auf Verkehrsinfrastruktur („von der Straße zur Schiene“) sowie auf „Verwertungs- und Entsorgungsinfrastruktur“, da hiermit ein guter Konnex zu SDG 12 und Circular Economy (CE) geschaffen werden kann.

Abbildung 1: Vorläufiger Bezugsrahmen für SDG 9 mit im Vorfeld vorgeschlagenen Themenfokus

Insgesamt scheint also Konsens zu bestehen, dass der vorgeschlagene Bezugsrahmen sehr gut die wesentlichen Herausforderungen und Fragen des SDG 9 in Österreich abdeckt und lediglich noch die Themen Kommunikations- und Energieinfrastruktur sowie soziale Aspekte mitberücksichtigt werden sollten.

Weitere Ergebnisse des Stakeholder-Workshops und nächste Schritte

Im Rahmen einer Interaktivitätsphase wurden die Targets 9.1, 9.4 und 9.5 weiter konkretisiert und „Unterziele“ für die Targets diskutiert. In einer zweiten Interaktivitätsphase wurden bereits erste politische Handlungsoptionen im Rahmen eines Brainstorming-Prozesses in Kleingruppen erarbeitet und anschließend eine Punktbewertung (Priorisierung) vorgenommen.

Eine der am besten bewerteten Handlungsoptionen war die „Förderung von technologischen Investments und Diffusion von neuen Technologien – Verhinderung von Valley of Death“. Auch häufig „gepunktet“ wurde “Förderung des Einsatzes von Sekundärrohstoffen/Schaffung einer Kostenwahrheit zwischen Primär- und Sekundärrohstoffen“ – dies sollte aber als Beispieloption SDG 9 nicht verfolgt werden, da es thematisch näher am SDG 12 Programm liegt. Dennoch ist es als wichtige Erkenntnis aus dem gesamten Workshop-Prozess zu sehen, dass weitreichende Einigkeit darin bestand, dass die Circular Economy (CE) als wichtige Entwicklung der Rahmenbedingungen die Themen des SDG 9 (Infrastruktur, GreenTech/Energien, F&E Prozesse und Förderung) stark beeinflussen. Weiterhin wurde sowohl auf den Flipcharts als auch den Diskussionen immer wieder das Thema „Roadmaps“ genannt, die seitens der Politik vorgegeben werden, um einen längerfristigen Planungshorizont für Unternehmen zu ermöglichen. Daher wurde neben der oben genannten Beispieloption die Option „Circular Economy Innovation & Technology Roadmap 2030” entwickelt, welche die Circular Economy als Innovationskontext in den näheren Fokus nimmt. Basierend auf einer finalen Abstimmung aller Teilnehmer wurde die Handlungsoption „Circular Economy Innovation & Technology Roadmap 2030” als Beispieloption ausgewählt.

Notwendige weitere Schritte im Rahmen des SDG 9 werden die Erstellung von Systembildern für die politischen Handlungsoptionen und Targets sein, um Zusammenhänge zwischen einzelnen Faktoren und Auswirkungen zu klären, sowie die fundierte Recherche zum Ist-Zustand von SDG 9 in Österreich. Von 2020 bis 2021 werden dazu noch mehrere Stakeholder-Workshops durchgeführt.

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