Memorandum of Understanding

Hintergrund:

Aufbauend auf die Millennium Development Goals (MDGs) haben sich beim UN-Gipfeltreffen im September 2015 in New York alle Mitgliedstaaten dazu verpflichtet, bis 2030 auf die Umsetzung der 17 globalen Ziele für eine Nachhaltige Entwicklung (“Sustainable Development Goals“, SDGs) auf internationaler, nationaler und regionaler Ebene hinzuarbeiten („Agenda 2030“). Die Europäische Union (EU), die sich als treibende Kraft bei der Entwicklung der Agenda 2030 versteht, bekennt sich dazu, die SDGs sowohl in ihrer internen als auch externen Politik umzusetzen. So betont der Rat der EU in seiner Schlussfolgerung vom 20. Juni 2017 – 10370/17, dass eine Nachhaltige Entwicklung im Zentrum der europäischen Werte steht und daher ein übergeordnetes Ziel der EU darstellt.

In Österreich wurden mit Ministerratsbeschluss vom 12. Jänner 2016 alle Bundesministerien zur kohärenten Umsetzung der UN Agenda 2030 und der SDGs verpflichtet. Österreich plant, seinen Nationalen Umsetzungsbericht 2020 vor dem High-level Political Forum (HLPF) der UN in New York zu präsentieren. Ferner wird im Achtzehnmonatsprogramm der drei EU-Präsidentschaften Estland, Bulgarien und Österreich (1. Juli 2017 – 31. Dezember 2018) die Umsetzung der Agenda 2030 (17 Ziele für nachhaltige Entwicklung) explizit als prioritäres Thema formuliert.

Gegenstand und Zweck der Kooperation:

Das Projekt UniNEtZ – Universitäten und Nachhaltige EntwicklungsZiele ist ein Projekt der im Anhang 1 genannten Universitäten, das von der „Allianz Nachhaltige Universitäten in Österreich“ („Allianz“), in der sich seit 2012 insgesamt 14 Universitäten zu einer Plattform zusammengeschlossen haben, initiiert wurde. Ziel des Projekts UniNEtZ ist es, ein Optionenpapier für die österreichische Bundesregierung zu erstellen, das zukunftsorientierte Handlungsoptionen im Sinne der vom Ministerrat beschlossenen Umsetzung identifiziert und evaluiert. Im Sinne eines kurzfristigen Zwischenziels soll dadurch die Republik Österreich bei ihrer Verpflichtung der Berichtlegung gegenüber dem High-level Political Forum (HLPF) der UN gegenüber im Frühjahr 2020 unterstützt werden. Gleichzeitig steht jedoch die Umsetzung nachhaltiger Entwicklung in Österreich als Ziel im Vordergrund. Dabei ergeben sich erwünschte Synergien – z.B. eine verbesserte interdisziplinäre Vernetzung und verstärkte Kooperation der Universitäten mit den für das Wissenschaftsressort besonders relevanten außeruniversitären Forschungseinrichtungen bzw. nachgeordneten Dienststellen – und die gemeinsame Identifikation von Forschungsbedarf und Handlungsoptionen.

Vorhaben und Ziele:

Als zentrale Einrichtungen für Ausbildung und Innovation kommt Universitäten und Fachhochschulen bei der Umsetzung der Agenda 2030 und der SDGs eine besondere Rolle zu. Diese wurde im Rahmen einer gemeinsam von der Österreichischen Universitätskonferenz, der Österreichischen Fachhochschulkonferenz und der Österreichischen Privatuniversitäten Konferenz in Kooperation mit dem Österreichischen Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft organisierten Veranstaltung zur Information und zum Gedankenaustausch über „Welchen Beitrag können Hochschulen zu den SDGs leisten?“ am 19. Juni 2017 in Wien eingehend erörtert. Als besondere Herausforderungen und Schlüsselvoraussetzungen für erfolgreiche Beiträge zu Umsetzung der SDGs seitens der Hochschulen gelten:

(1) umfassende systemische Ansätze,

(2) ein Science-Society-Policy Dialog und

(3) kollaborative internationale und nationale, universitätsübergreifende Netzwerke.

Daher werden im Rahmen der aktuell anstehenden Leistungsvereinbarungen zwischen Universitäten und dem Bundesministerium für Bildung Wissenschaft und Forschung (BMBWF) die aus dem Ministerratsbeschluss vom 12. Jänner 2016 entstehenden Verpflichtungen betreffend UN Agenda 2030 und SDGs in den Universitäten berücksichtigt und verankert.

Zunächst ist grundsätzlich festzuhalten, dass die österreichischen Universitäten und Hochschulen im Bereich Nachhaltige Entwicklung im internationalen Vergleich (Europa und weltweit), sowohl Lehre als auch Forschung betreffend, gut bis sehr gut positioniert sind. Die Allianz fungiert als universitäts­übergreifendes Netzwerk mit vielschichtigen Aktivitäten. Diesbezüglich hervorzuheben ist das aktuell von der Allianz betriebene Projekt „UniNEtZ (Universitäten und Nachhaltige EntwicklungsZiele)“mit den übergeordneten Zielen,

(1) generell die universitätsübergreifende interdisziplinäre Kooperation zu stärken,

(2) mittelfristig bis 2021 einen „Optionenbericht zur Umsetzung der SDGs in Österreich“ vorzulegen,

(3) langfristig einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung in Österreich zu leisten und

(4) nachhaltige Entwicklung an den Universitäten in Lehre und Forschung zu verankern.

Leistungen der Kooperationspartner:

Die gemäß Anhang 1 beteiligten Universitäten haben sich auf zwei grundsätzliche Formen der aktiven Beteiligung am Projekt UniNEtZ geeinigt, die als „Patenschaft“ für ein SDG und als „Mitwirkung“ an einem SDG bezeichnet werden. Dabei gilt folgendes Verständnis:

Patenschaft:    Eine Universität (oder auch zwei Universitäten zusammen) erklären sich zur österreichweiten Koordination aller am SDG im Hinblick auf die Erstellung des Optionenberichts Mitwirkenden bereit.

Mitwirkung:    Eine Universität erklärt sich alleine oder in Kooperation mit anderen Universitäten bereit, im Hinblick auf die Erstellung des Optionenberichts an einem vor einer anderen Universität koordinierten SDG aktiv mitzuarbeiten.

Stand der Patenschaften/ Mitwirkungen  der Universitäten nach SDGs: (Mai 2019)

Patenschaften: blau
Geteilte Patenschaften: grün
Mitwirkungen: gelb

AAU: Alpen-Adria Universität Klagenfurt
BOKU: Universität für Bodenkultur Wien
DUK: Donau-Universität Krems
JKU: Johannes-Kepler Universität Linz
KFU: Karl-Franzens Universität Graz
KUG: Kunst Universität Graz
MDW: Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
MOZ: Universität Mozarteum Salzburg
MUI: Medizinische Universität Innsbruck
MUL: Montanuniversität Leoben
PLUS: Universität Salzburg
TUG: Technische Universität Graz
UAK: Universität für angewandte Kunst Wien
UIBK: Leopold-Franzens Universität Innsbruck
VETMED: Veterinärmedizinische Universität Wien

 

Beginn und Dauer der Kooperation:

Die Kooperation erstreckt sich über die gesamte Periode der Leistungsvereinbarungen vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2021.

Beitritt weiterer Kooperationspartner und Mitwirkungen einzelner Forschender und Forschungsgruppen außerhalb der kooperierenden Universitäten:

Die beteiligten Universitäten begrüßen explizit die Mitwirkung weiterer Universitäten sowie von Forschungsgruppen und Forschenden außerhalb der kooperierenden Universitäten.

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