UniNEtZ

Den Universitäten als Zentren für Innovation und als Bildungsstätten für künftige Entscheidungsträger_innen kommt bei der Umsetzung der UN Sustainable Development Goals (SDGs) eine bedeutende Rolle zu.

Koordination:

Ingomar Glatz
Institut für Geographie
Universität Innsbruck
Innrain 52, 6020 Innsbruck
Tel: +43 512 507 54045
koordination@uninetz.at

Annemarie Körfgen
Institut für Geographie
Universität Innsbruck
Innrain 52, 6020 Innsbruck
Tel: +43 512 507 54072
koordination@uninetz.at

Verantwortung für nachhaltige Entwicklung

Mit dieser Motivation hat die Allianz Nachhaltige Universitäten in Österreich ein gemeinsames Projekt unter dem Titel UniNEtZ – Universitäten und Nachhaltige Entwicklungsziele entwickelt. Dabei übernehmen die Partnerinstitutionen sogenannte Patenschaften und Mitwirkungen für die SDGs. Eine Patenschaft bedeutet, dass die Institution alles Wissen sowie Aktivitäten österreichweit zum jeweiligen SDG koordiniert und zusammenträgt. Eine Mitwirkung beschreibt die inhaltliche Mitarbeit an einem bestimmten SDG. Durch diese intensiven Kooperationen und fachliche Auseinandersetzung mit den SDGs werden alle Beiträge gesammelt, kritisch beleuchtet und aufeinander abgestimmt, um im Zeitraum 2019–2021 an der Entwicklung eines Optionenpapiers zu arbeiten. Dieses soll die Bundesregierung in der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele unterstützen. Das zu erarbeitende Optionenpapier stellt keine Handlungsempfehlungen dar, sondern soll Optionen (zukunftsorientierte Lösungswege mit ihren jeweiligen Konsequenzen) identifizieren und bewerten. Die Universitäten stellen ihr Know‐How mittels Optionenpapier zur Verfügung. Jeder konkrete Beitrag der Universitäten zur Umsetzung der SDGs durch Österreich ist erwünscht. „Durch Österreich“ meint, was Österreich tun kann, um seine Verpflichtungen, die es durch Unterzeichnung der SGDs eingegangen ist, einzuhalten.

Darüber hinaus steht die Vernetzung zwischen den Universitäten und die Verankerung der SDGs in Forschung und Lehre im Mittelpunkt des Projekts. Als Schlüsselvoraussetzungen für erfolgreiche Beiträge zur Umsetzung der SDGs gelten: Umfassende systemische Ansätze, ein kontinuierlicher Science-Society-Policy Dialog sowie eine kollaborative internationale und nationale, universitätsübergreifende Zusammenarbeit.

Ziele

Das Projekt UniNEtZ verfolgt folgende Ziele:

  1. Erarbeitung eines den SDGs systemisch betrachtenden, abgestimmten Kataloges von Optionen, wie Österreich die SDGs umsetzen kann
  2. Befassung der Unis mit SDGs in Forschung, Lehre, Weiterbildung, Responsible Science und im Hochschulmanagement
  3. Schaffung von Mehrwert durch Kooperationen und Neukombination von Wissen.
  4. Interdisziplinäre Vernetzung innerhalb der Unis und über die Unis hinweg
  5. Interaktion mit Stakeholdern aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft
  6. Versuch der Interaktion mit „den anderen 50%“ (Systemverlierern)
  7. Aufbau von Kompetenz für die von den SDGs angeschnittenen Fragen unter den Lehrenden/Forschenden und den Studierenden
  8. Einrichtung einer Koordinationsstelle für die AGs und einer expliziten Anlaufstelle für Stakeholder an Unis

Die Besonderheit von UniNEtZ liegt darin, dass sich Wissenschaftler_innen aus diversen Fachbereichen zusammenschließen, um einen Beitrag zur Umsetzung der SDGs zu leisten. Genauso wie die SDGs in vielfacher Weise miteinander verbunden sind und nur auf inter- und transdisziplinäre Weise umgesetzt werden können, repräsentiert UniNEtZ ein breites Spektrum an Expertise aus Sozialwissenschaften, Naturwissenschaften, Technik, Kunst und Musik.

UniNEtZ Struktur

Struktur 02

UniNEtZ-Rat

Der UniNEtZ-Rat ist das oberste Entscheidungsgremium. Im UniNEtZ-Rat wird jede am Projekt beteiligte Partnerinstitution von einer von ihrer Leitung delegierten Person vertreten. Jede delegierte Person besitzt eine Stimme, unabhängig von den Patenschaften bzw. Mitwirkungen der angehörigen Institutionen.

UniNEtZ-Lenkungsausschuss

Der dreiköpfige Lenkungsausschuss (LA) leitet das UniNEtZ-Projekt und agiert auf strategischer sowie operativer Ebene.

UniNEtZ-Scientific Advisory Board

Das SAB setzt sich aus Vertreter_innen aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft zusammen und begleitet das Projekt sowohl wissenschaftlich als auch strategisch-politisch

UniNEtZ-Koordination

Die UniNEtZ-Koordination managt den operationellen Ablauf des Projekts. Sie ist zentrale Anlaufstelle für alle UniNEtZ-Gremien und deren Mitglieder.

Institutions-Koordinator_innen

Koordinator_innen der einzelnen Partnerinstitutionen werden optional von der jeweiligen Institution berufen. Sie koordinieren alle Tätigkeiten, die an ihrer Institution bezüglich UniNEtZ stattfinden.

UniNEtZ – SDG-Gremium

Das SDG-Gremium besteht aus den Leiter_innen der Patenschaften und den Leiter_innen der Mitwirkungen. Es arbeitet primär inhaltlich und methodisch mit dem Zweck der Koordination zwischen den SDGs. Auf Ebene des SDG-Gremiums wird der Optionenbericht erarbeitet.

UniNEtZ – SDG-Gruppen

Die SDG-Gruppen arbeiten inhaltlich zum jeweiligen SDG und entwickeln Optionen, die zum Erreichen der SDGs beitragen sollen. Dabei berücksichtigen die SDG-Gruppen die vielfältigen Interaktionen mit anderen SDGs.

Studierende

Studierende werden an allen am Projekt UniNEtZ teilnehmenden Universitäten eingebunden. Die Einbindung erfolgt über den Verein forum n, der sich im Sinne der Nachhaltigkeit für eine zukunftsfähige Hochschullandschaft in Österreich engagiert.

UniNEtZ-Arbeitsgruppen

Arbeitsgruppen werden auf Vorschlag des LA und durch Beschluss des UniNEtZ-Rates oder des SDG-Gremiums nach Bedarf entweder dauerhaft oder zur Lösung spezieller, zeitlich befristeter Aufgaben eingesetzt.

Memorandum of Understanding

Hintergrund

Aufbauend auf die Millennium Development Goals (MDGs) haben sich beim UN-Gipfeltreffen im September 2015 in New York alle Mitgliedstaaten dazu verpflichtet, bis 2030 auf die Umsetzung der 17 globalen Ziele für eine Nachhaltige Entwicklung (“Sustainable Development Goals“, SDGs) auf internationaler, nationaler und regionaler Ebene hinzuarbeiten („Agenda 2030“). Die Europäische Union (EU), die sich als treibende Kraft bei der Entwicklung der Agenda 2030 versteht, bekennt sich dazu, die SDGs sowohl in ihrer internen als auch externen Politik umzusetzen. So betont der Rat der EU in seiner Schlussfolgerung vom 20. Juni 2017 – 10370/17, dass eine Nachhaltige Entwicklung im Zentrum der europäischen Werte steht und daher ein übergeordnetes Ziel der EU darstellt.

In Österreich wurden mit Ministerratsbeschluss vom 12. Jänner 2016 alle Bundesministerien zur kohärenten Umsetzung der UN Agenda 2030 und der SDGs verpflichtet. Österreich plant, seinen Nationalen Umsetzungsbericht 2020 vor dem High-level Political Forum (HLPF) der UN in New York zu präsentieren. Ferner wird im Achtzehnmonatsprogramm der drei EU-Präsidentschaften Estland, Bulgarien und Österreich (1. Juli 2017 – 31. Dezember 2018) die Umsetzung der Agenda 2030 (17 Ziele für nachhaltige Entwicklung) explizit als prioritäres Thema formuliert.

Gegenstand und Zweck der Kooperation

Das Projekt UniNEtZ – Universitäten und Nachhaltige EntwicklungsZiele ist ein Projekt der im Anhang 1 genannten Universitäten, das von der „Allianz Nachhaltige Universitäten in Österreich“ („Allianz“), in der sich seit 2012 insgesamt 14 Universitäten zu einer Plattform zusammengeschlossen haben, initiiert wurde. Ziel des Projekts UniNEtZ ist es, ein Optionenpapier für die österreichische Bundesregierung zu erstellen, das zukunftsorientierte Handlungsoptionen im Sinne der vom Ministerrat beschlossenen Umsetzung identifiziert und evaluiert. Im Sinne eines kurzfristigen Zwischenziels soll dadurch die Republik Österreich bei ihrer Verpflichtung der Berichtlegung gegenüber dem High-level Political Forum (HLPF) der UN gegenüber im Frühjahr 2020 unterstützt werden. Gleichzeitig steht jedoch die Umsetzung nachhaltiger Entwicklung in Österreich als Ziel im Vordergrund. Dabei ergeben sich erwünschte Synergien – z.B. eine verbesserte interdisziplinäre Vernetzung und verstärkte Kooperation der Universitäten mit den für das Wissenschaftsressort besonders relevanten außeruniversitären Forschungseinrichtungen bzw. nachgeordneten Dienststellen – und die gemeinsame Identifikation von Forschungsbedarf und Handlungsoptionen.

Vorhaben und Ziele

Als zentrale Einrichtungen für Ausbildung und Innovation kommt Universitäten und Fachhochschulen bei der Umsetzung der Agenda 2030 und der SDGs eine besondere Rolle zu. Diese wurde im Rahmen einer gemeinsam von der Österreichischen Universitätskonferenz, der Österreichischen Fachhochschulkonferenz und der Österreichischen Privatuniversitäten-Konferenz in Kooperation mit dem Österreichischen Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft organisierten Veranstaltung zur Information und zum Gedankenaustausch über „Welchen Beitrag können Hochschulen zu den SDGs leisten?“ am 19. Juni 2017 in Wien eingehend erörtert. Als besondere Herausforderungen und Schlüsselvoraussetzungen für erfolgreiche Beiträge zur Umsetzung der SDGs seitens der Hochschulen gelten:

  1. umfassende systemische Ansätze,
  2. ein Science-Society-Policy Dialog und
  3. kollaborative internationale und nationale, universitätsübergreifende Netzwerke.

Daher werden im Rahmen der aktuell anstehenden Leistungsvereinbarungen zwischen Universitäten und dem Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) die aus dem Ministerratsbeschluss vom 12. Jänner 2016 entstehenden Verpflichtungen betreffend UN Agenda 2030 und SDGs in den Universitäten berücksichtigt und verankert.

Zunächst ist grundsätzlich festzuhalten, dass die österreichischen Universitäten und Hochschulen im Bereich Nachhaltige Entwicklung im internationalen Vergleich (Europa und weltweit), sowohl Lehre als auch Forschung betreffend, gut bis sehr gut positioniert sind. Die Allianz fungiert als universitäts­übergreifendes Netzwerk mit vielschichtigen Aktivitäten. Diesbezüglich hervorzuheben ist das aktuell von der Allianz betriebene Projekt „UniNEtZ (Universitäten und Nachhaltige EntwicklungsZiele)“mit den übergeordneten Zielen,

  1. generell die universitätsübergreifende interdisziplinäre Kooperation zu stärken,
  2. mittelfristig bis 2021 einen „Optionenbericht zur Umsetzung der SDGs in Österreich“ vorzulegen,
  3. langfristig einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung in Österreich zu leisten und
  4. nachhaltige Entwicklung an den Universitäten in Lehre und Forschung zu verankern.

Leistungen der Kooperationspartner

Die gemäß Anhang 1 beteiligten Universitäten haben sich auf zwei grundsätzliche Formen der aktiven Beteiligung am Projekt UniNEtZ geeinigt, die als „Patenschaft“ für ein SDG und als „Mitwirkung“ an einem SDG bezeichnet werden. Dabei gilt folgendes Verständnis:

Patenschaft: Eine Universität (oder auch zwei Universitäten zusammen) erklären sich zur österreichweiten Koordination aller am SDG im Hinblick auf die Erstellung des Optionenberichts Mitwirkenden bereit.

Mitwirkung: Eine Universität erklärt sich alleine oder in Kooperation mit anderen Universitäten bereit, im Hinblick auf die Erstellung des Optionenberichts an einem von einer anderen Universität koordinierten SDG aktiv mitzuarbeiten.

Stand der Patenschaften / Mitwirkungen der Universitäten nach SDGs:
(April 2021)

Patenschaft mitwirkung 2021

Beginn und Dauer der Kooperation

Die Kooperation erstreckt sich über die gesamte Periode der Leistungsvereinbarungen vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2021.

Beitritt weiterer Kooperationspartner und Mitwirkungen einzelner Forschender und Forschungsgruppen außerhalb der kooperierenden Universitäten

Die beteiligten Universitäten begrüßen explizit die Mitwirkung weiterer Universitäten sowie von Forschungsgruppen und Forschenden außerhalb der kooperierenden Universitäten.

Studierende – forum n

Von Beginn an war die Einbindung von und die Zusammenarbeit mit Studierenden eines der zentralen Anliegen. Als österreichweit agierender studentischer Verein übernimmt Forum n eine Brückenfunktion zwischen Studierenden und weiteren Universitätsangehörigen ein. Sie vertreten die Interessen der Studierenden im SDG-Gremium und im UniNEtZ-Rat.

Weitere Informationen über das forum n finden Sie hier.

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