/SDG 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden

Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten

Icon SDG11

Leitung:

Anke Struever
Universität Graz
Tel: +43 316 380 5138
anke.struever@uni-graz.at

Helmuth Kreiner
Technische Universität Graz
Tel: +43 316 873 7154
helmuth.kreiner@tugraz.at

Die Agenda 2030

Die Nachhaltigkeit von Städten und Gemeinden spiegelt sich in verschiedenen Elementen wieder. Dabei spielen beispielsweise die Gebäude eine wichtige Rolle – einerseits in Hinblick auf den ökologischen Fußabdruck bei Errichtung und Betrieb (Target 11.6), andererseits auch bezüglich sozialer Aspekte im Sinne der Grundversorgung und von angemessenem, sicherem und bezahlbarem Wohnraum (Target 11.1).

Mindestens ebenso wichtig ist jedoch die ganzheitliche Betrachtung von städtebaulichen und raumplanerischen Aspekten: So sollten beispielsweise innerstädtische Grünflächen und andere öffentliche Räume auch für benachteiligte Gruppen sicher und leicht zugänglich sein (Target 11.7). Dies gilt auch für nachhaltige Verkehrssysteme wie Gehen und Radfahren und insbesondere für den öffentlichen Verkehr (Target 11.2). Eine Erhöhung der Grünraumanteile und eine Reduktion des Verkehrs sind auch für die Erhöhung der Luftqualität in urbanen Räumen wichtig (Target 11.6).

Um dafür gute Lösungen zu finden, müssen die Menschen auf Gemeinde- oder – in Städten – auf Quartiersebene in die Stadtplanung eingebunden werden (Target 11.3). Dabei ist u.a. auf den Schutz der Menschen vor Naturkatastrophen zu achten (Target 11.5).

Zudem soll in Österreich auch die Abfallmenge reduziert und der Schutz der Umwelt bei abfallwirtschaftlichen Prozessen weiter verbessert werden (Target 11.6).

Zur Situation in Österreich

SDG 11 umfasst eine Vielzahl an Themen, die das Alltagsleben der Menschen sowie ihr Zusammenleben in Gemeinschaft adressieren. An verschiedenen Orten wie privaten Wohnräumen und öffentlichen Begegnungsräume wie Kindergärten, Schulen, Geschäfte, Gasthäusern und Arbeitsstätten sowie durch zahlreiche Alltagstätigkeiten entstehen Tag für Tag multiple Geflechte aus ökologischen, ökonomischen und sozialen Wechselbeziehungen. Sie sind eingebettet in die Wechselwirkungen zwischen gebauten Raum- und Wohnstrukturen, deren Konzeptionierung und Planung sowie deren Auswirkungen auf die Alltagspraktiken und Lebensqualitäten der Bewohner_innen und stellen somit zentrale Pfeiler in der nachhaltigen Ausgestaltung österreichischer Städte und Gemeinden dar.
In Österreich sind vor allem in den Städten die Umwelt- und Gesundheitsbelastungen nach wie vor zu hoch. Problematisch sind zudem die hohe Flächenversiegelung sowie die von Naturkatastrophen ausgehende Gefahr.

Die Herausforderungen für SDG 11 liegen in den stark fragmentierten Zuständigkeiten, dem Föderalismus und auch in den strukturellen Unterschieden zwischen Stadt und Land.

Zur nachhaltigen Transformation österreichischer Städte und Gemeinden besteht somit Handlungsbedarf in sozialer, ökonomischer und ökologischer Hinsicht. Neben der Sicherung der Daseinsvorsorge geht es um die Erhöhung von Resilienz und insgesamt um eine Erhöhung der Lebensqualität in Städten und Gemeinden.

Optionenliste

(basierend auf dem zu veröffentlichenden Optionenbericht)

Die durch die SDG-Gruppen ausgearbeiteten Optionen sollen als Vermittlung an die Bundesregierung fungieren, welche konkreten Optionen von Österreich gesetzt werden können, um die Agenda 2030 mit ihren 17 Sustainable Development Goals umzusetzen. Der Optionenbericht wird am 02.12.2021 veröffentlicht.

  • Option 11.1: Institutionalisierung von Wohnen auf Bundesebene zur Förderung ganzheitlicher und vielfältiger Wohnkonzepte
  • Option 11.2: Förderung der aktiven Mobilität
  • Option 11.3: Förderung des öffentlichen Verkehrs in kleineren Städten und Gemeinden im ländlichen Raum
  • Option 11.4: Siedlungsentwicklung, die Nahmobilität & ÖV fördert
  • Option 11.5: Zwischenräume für gemeinschaftlich-inklusive Quartiersgestaltung (urban commoning) zugänglich machen
  • Option 11.6: Bereinigung der Kompetenzzersplitterung im Naturgefahrenrecht
  • Option 11.7: Bewusstsein für Renaturierung schaffen
  • Option 11.8: Schaffung klar definierter Verantwortungsbereiche zwischen staatlicher Gewährleistungs- und Eigenverantwortung
  • Option 11.9: Schutz der Umwelt bei abfallwirtschaftlichen Prozessen
  • Option 11.10: Treibhausgasemissions-Bonus/-Malus für öffentliche Gebäude
  • Option 11.11: Common Space: Quartiersorientierte Alltagsökonomie und Ko-Produktion inklusiver Grünräume

UniNEtZ-Netzwerk

Leitung

  • Karl-Franzens-Universität Graz (KFU): Christian Kozina, Anke Strüver*
  • Technische Universität Graz (TU Graz): Helmut Kreiner*, Marco Scherz

Mitwirkung

  • Donau-Universität Krems (DUK): Floegl Helmut, Anna Kaiser
  • Johannes-Kepler-Universität Linz (JKU): Lydia Burgstaller*, Erika Wagner
  • Karl-Franzens-Universität Graz (KFU): Andreas Exner, Andrea Jany*
  • Leopold-Franzens-Universität Innsbruck (UIBK): Anke Bockreis, Tabea Bork-Hüffer*, Lukas Emrich, Markus Mailer*
  • Technische Universität Graz (TU Graz): Alexander Passer, Antonija Wieser
  • Universität für Bodenkultur Wien (BOKU): Astrid Allesch, Astrid Gühnemann, Veronika Hebenstreit, Martin Hinteregger,
    Marion Huber-Humer

* Target-Koordinator_innen

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