/SDG 6: Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen

Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten

Icon SDG6

Leitung:

Günter Langergraber
Universität für Bodenkultur Wien
Tel: +43 1 47654 81001
guenter.langergraber@boku.ac.at


Kontakt:

Verena Germann
Universität für Bodenkultur Wien
Tel: +43 1 47654 81119
verena.germann@boku.ac.at

Die Agenda 2030

Target 6.1. („Sauberes Trinkwasser“) und Target 6.2. („Sanitärversorgung") zielen auf den Zugang zu Trinkwasser bzw. zu Sanitärversorgung für alle ab. Dabei ist auf die Erhaltung der hohen Qualität der Wasser¬- und Sanitärinfrastruktur zu achten, entsprechende Mittel für notwendige Sanierungs-, Adaptierungs- und Erneuerungsmaßnahmen sind zu gewährleisten. Gemeinsam mit Target 6.3. („Wasserqualität“), gilt es, in Hinblick auf Nachhaltigkeit, Ressourceneffizienz und „Zukunftfitness“, Energie und Ressourcen aus dem Sanitärsystem zurückzugewinnen und dabei die Reinigungsleistung beizubehalten oder zu erhöhen sowie Emissionen (insbesondere von Spurenstoffen) zu verringern. Neben Belastungen aus den Haushalten gelangen diese auch von Siedlungs- und Verkehrsflächen, Industrie, medizinischen Einrichtungen sowie der Landwirtschaft in unsere Gewässer.

Bei Target 6.4. („Wassereffizienz“) sind, neben einer regional bzw. zeitlich differenzierten Betrachtung der Wasserressourcen, auch zukünftige Entwicklungen (z.B. Veränderungen des Dargebots oder des Verbrauchs) zu berücksichtigen. Target 6.5. („Integrierte Bewirtschaftung der Wasserressourcen, IWRM“) ist in Österreich rechtlich gut umgesetzt, bei der integrierten, ganzheitlichen Betrachtung und dem optimalen Interessensausgleich zwischen Sektoren gibt es noch Verbesserungspotential. IWRM unterstützt auch Target 6.6. („Schutz wasserverbundener Ökosysteme“).

Um SDG 6 auf globaler Ebene zu erreichen, ist Target 6.a. („Internationale Zusammenarbeit in der Trinkwasser- und Sanitärversorgung“) sowie entsprechende, finanzielle Mittel wichtig. Auch Target 6.b. („Mitwirkung lokaler Gemeinwesen“) ist essenziell, um transdisziplinär die genannten, systemischen Herausforderungen bewerkstelligen zu können.

Zur Situation in Österreich

Österreich, als wasserreiches und wohlhabendes Land mit entsprechend ausgebauter Infrastruktur, schneidet, gemessen an den UN-Indikatoren, bei einigen der SDG 6 Targets sehr gut ab. Gesamtheitlich betrachtet – unter Einbeziehung der Schonung der endlichen Ressourcen unseres Planeten, nachhaltiger Entwicklung für alle, nachhaltigem Konsum und Heraus­forderungen, wie dem Klimawandel und Artensterben – gibt es aber auch für Österreich deutlichen Handlungsbedarf.

Dies zeigte sich in den letzten Jahren beispielsweise durch Wasserknappheit in manchen Gemeinden oder durch die Zunahme der Intensität von Wetter- und Abflussextremen. Der Zustand wasser­verbundener Öko­systeme ist aufgrund hydro­morpho­logischer und stofflicher Belastungen nicht den gesetzlichen Vorgaben entsprechend und ein überwiegender Teil der Feuchtgebiete musste bereits anderer menschlicher Nutzung weichen. Im SDG 6 ist daher ein Paradigmenwechsel von technologischen Ansätzen zu einem integrierten System­denken zur Erreichung von Nachhaltigkeit nötig.

Neu auftauchende, von konventioneller Abwasser­reinigung oft nicht erfasste Problemstoffe, steigende Rohstoffpreise und Rohstoff­verknappung stellen wachsende Heraus­forderungen und Unsicherheitsfaktoren dar. Die Erhaltung der geschaffenen Infrastruktur für Wasser- und Sanitär­versorgung ist mit größer werdendem, finanziellem Aufwand verbunden, und aufgrund veränderter Auslastung (Änderungen der Bevölkerungsstruktur und Urbanisierung, Stark­regen­ereignisse, Versiegelung) vor neue Herausforderungen gestellt.

Österreich kann durch entsprechende Forschung und als Vorbild zur Erfüllung von SDG 6 auf globaler Ebene beitragen. Bewusstsein für die globalen Auswirkungen des eigenen Konsums (externer Wasserfußabdruck) und damit einhergehender nachhaltiger Umgang mit Wasser muss dabei mitberücksichtigt werden.

Optionenliste

(basierend auf dem zu veröffentlichenden Optionenbericht)

Die durch die SDG-Gruppen ausgearbeiteten Optionen sollen als Vermittlung an die Bundesregierung fungieren, welche konkreten Optionen von Österreich gesetzt werden können, um die Agenda 2030 mit ihren 17 Sustainable Development Goals umzusetzen. Der Optionenbericht wird am 02.12.2021 veröffentlicht.

  • Option 6.1: Ressourcen-orientierte Sanitärversorgung
  • Option 6.2: Verstärkter Einsatz Blau-Grün-Brauner Infrastruktur
  • Option 6.3: Förderung der effizienten Nutzung und Bewirtschaftung von Wasserressourcen
  • Option 6.4: Erhalt und Wiederherstellung der ökologischen Funktionen von Binnengewässern (inkl. Moore & Feuchtgebiete)
  • Option 6.5: Reduktion von diffusen Nährstoff- und Problemstoffeinträgen
  • Option 6.6: Reduktion von Spurenstoffen
  • Option 6.7: Trinkwasser- und Sanitärversorgung im öffentlichen Raum
  • Option 6.8: Verbesserter Grundwasserschutz durch bedarfsorientierte Forschung
  • Option 6.9: Stärkung des Integrated Water Resources Management (IWRM) für einen nachhaltigen Umgang mit der Ressource Wasser
  • Option 6.10: Erhöhung der WASH-relevanten EZA
  • Option 6.11: Förderung von Transformationsprozessen durch Co-Design und Co-Creation

UniNEtZ-Netzwerk

Leitung

  • Universität für Bodenkultur Wien (BOKU): Günter Langergraber,
    Verena Germann

Mitwirkung

  • Geologische Bundesanstalt (GBA): Annett Uhmann, Gerhard Schubert
  • Johannes-Kepler-Universität Linz (JKU): Jörg Fischer
  • Technische Universität Graz (TU Graz): Daniela Fuchs-Hanusch
  • Universität für Bodenkultur Wien (BOKU): Florian Borgwardt, Christine Stumpp

forum n / Studierende

  • Universität für Bodenkultur Wien (BOKU): Igor Luketina, Lorenz Schober, Esther Skorupa, Magdalena Valazza, Magdalena Wachter

Weitere Beteiligte

  • Technisches Büro: Martin Regelsberger
  • Technische Universität Wien (TU Wien): Julia Derx

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