/SDG 3: Gesundheit und Wohlergehen

Gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern

Icon SDG3

Leitung:

Marco Freek
Medizinische Universität Innsbruck
Tel: +43 512 9003-70012
marco.freek@i-med.ac.at

Kontakt:

Stefan Mayer
Medizinische Universität Innsbruck
Tel: +43 699 18366309
stefan.mayer@i-med.ac.at

Die Agenda 2030

Das SDG 3 ist betitelt mit „Gesundheit und Wohlergehen“, was gesundheitsrelevante Aspekte subsummiert, die ein gesundes Leben ermöglichen und das allgemeine Wohlergehen fördern sollen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Gesundheit als ein „Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens“ (Satzung der WHO) – Gesundheit ist folglich mehr als die Abwesenheit von Krankheit oder altersbedingten Beschwerden. „Von guter Gesundheit“ zu sein ist nicht nur auf individueller Ebene wichtig, sondern auch Grundlage für die Entwicklung zu einer prosperierenden Gesellschaft mit all ihren sozialen und ökonomischen Prämissen. Die einzelnen Targets des SDG 3 handeln ein umfassendes Aufgabenpaket zu den globalen gesundheitspolitischen Herausforderungen der Gegenwart ab. Auf der Liste findet sich der Kampf gegen Mütter- und Kindersterblichkeit, Infektionskrankheiten, chronische Erkrankungen, Suchtmittel, Verkehrstote und -verletzte sowie die Verbesserung der sexual- und reproduktionsmedizinischen Versorgung, der Gesundheitsversorgung im Allgemeinen sowie die Reduktion von Krankheits- und Todesfällen aufgrund von Umweltverschmutzung. Defizite in der Gesundheitsversorgung sind direkt mit negativen Auswirkungen auf das soziale Gefüge, die Wirtschaft und auf die öffentliche Sicherheit vergesellschaftet. Resilienz gegenüber gesundheitlichen Risken sowie eine starke Gesundheitsversorgung sind Grundbausteine für die Erreichung einer prosperierenden, nachhaltigen und widerstandsfähigen Gesellschaft.

Die Targets des SDG 3:*

3.1 Bis 2030 die weltweite Müttersterblichkeit auf unter 70 je 100.000 Lebendgeburten senken.

3.2 Bis 2030 den vermeidbaren Todesfällen bei Neugeborenen und Kindern unter 5 Jahren ein Ende setzen, mit dem von allen Ländern zu verfolgenden Ziel, die Sterblichkeit bei Neugeborenen mindestens auf 12 je 1.000 Lebendgeburten und bei Kindern unter 5 Jahren mindestens auf 25 je 1.000 Lebendgeburten zu senken.

3.3 Bis 2030 die Aids-, Tuberkulose- und Malariaepidemien und die vernachlässigten Tropenkrankheiten beseitigen und Hepatitis, durch Wasser übertragene Krankheiten und andere übertragbare Krankheiten bekämpfen.

3.4 Bis 2030 die Frühsterblichkeit aufgrund von nichtübertragbaren Krankheiten durch Prävention und Behandlung um ein Drittel senken und die psychische Gesundheit und das Wohlergehen fördern.

3.5 Die Prävention und Behandlung des Substanzmissbrauchs, namentlich des Suchtstoffmissbrauchs und des schädlichen Gebrauchs von Alkohol, verstärken.

3.6 Bis 2020 die Zahl der Todesfälle und Verletzungen infolge von Verkehrsunfällen weltweit halbieren.

3.7 Bis 2030 den allgemeinen Zugang zu sexual- und reproduktionsmedizinischer Versorgung, einschließlich Familienplanung, Information und Aufklärung, und die Einbeziehung der reproduktiven Gesundheit in nationale Strategien und Programme gewährleisten.

3.8 Die allgemeine Gesundheitsversorgung, einschließlich der Absicherung gegen finanzielle Risiken, den Zugang zu hochwertigen grundlegenden Gesundheitsdiensten und den Zugang zu sicheren, wirksamen, hochwertigen und bezahlbaren unentbehrlichen Arzneimitteln und Impfstoffen für alle.

3.9 Bis 2030 die Zahl der Todesfälle und Erkrankungen aufgrund gefährlicher Chemikalien und der Verschmutzung und Verunreinigung von Luft, Wasser und Boden erheblich verringern.

3.a Die Durchführung des Rahmenübereinkommens der Weltgesundheitsorganisation zur Eindämmung des Tabakgebrauchs in allen Ländern in geeigneter Weise stärken.

3.b Forschung und Entwicklung zu Impfstoffen und Medikamenten für übertragbare und nichtübertragbare Krankheiten, von denen hauptsächlich Entwicklungsländer betroffen sind, unterstützen, den Zugang zu bezahlbaren unentbehrlichen Arzneimitteln und Impfstoffen gewährleisten, im Einklang mit der Erklärung von Doha über das TRIPS-Übereinkommen und die öffentliche Gesundheit, die das Recht der Entwicklungsländer bekräftigt, die Bestimmungen in dem Übereinkommen über handelsbezogene Aspekte der Rechte des geistigen Eigentums über Flexibilitäten zum Schutz der öffentlichen Gesundheit voll auszuschöpfen, und insbesondere den Zugang zu Medikamenten für alle zu gewährleisten.

3.c Die Gesundheitsfinanzierung und die Rekrutierung, Aus- und Weiterbildung und Bindung von Gesundheitsfachkräften in den Entwicklungsländern und insbesondere in den am wenigsten entwickelten Ländern und den kleinen Inselentwicklungsländern deutlich erhöhen.

3.d Die Kapazitäten aller Länder, insbesondere der Entwicklungsländer, in den Bereichen Frühwarnung, Risikominderung und Management nationaler und globaler Gesundheitsrisiken stärken

*Die Targets in kursiver Schrift werden vom UniNEtZ wissenschaftlich durchleuchtet und es werden hierzu Optionen zur Erfüllung dieses Targets bis 2030 erarbeitet. Die Targets 3.c und 3.d werden nicht beachtet, da hierfür im UniNEtZ keine Expertise vorhanden ist.

Situation in Österreich

In Österreich genießt man das Privileg einer ausgezeichneten Gesundheitsversorgung. Umfassende Gesundheitsdienstleistungen sind in der Regel auf kurzem Wege kostenlos verfügbar, es gibt ein dichtes Netz an GesundheitsdienstleisterInnen im niedergelassenen sowie im Spitalsbereich. Diese im internationalen Vergleich hervorragenden Voraussetzungen treffen allerdings auf nicht minder große Herausforderungen in der Gegenwart und in der nahen Zukunft, welche sich auch in den Targets des SDG 3 wiederfinden. Beispiele dafür sind neben der aktuellen SARS-CoV-2-Pandemie auch Themen wie die effizientere Gestaltung des Gesundheitswesens, eine bessere Präventionsleistung oder die Schaffung gesunder Umweltbedingungen. „Gesundheit und Wohlergehen“ ist also kein Problem auf individueller Ebene, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Schaffung von Rahmenbedingungen und die Erreichung aller Targets des SDG 3 in Österreich sind Voraussetzung für ein gesundes Leben und das Wohlergehen des Individuums ohne strukturelle äußere Einschränkungen. Das SDG 3 wird im Projekt UniNEtZ von der Medizinischen Universität Innsbruck koordiniert. Als Mitwirkende fungieren die Veterinärmedizinische Universität Wien und die Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. In interdisziplinären Teams werden Maßnahmenvorschläge für die Erreichung der einzelnen Targets sowie des SDG 3 und der Agenda 2030 insgesamt formuliert. Mit an Bord sind unter anderem neben medizinischem Fachpersonal aus den verschiedensten Richtungen auch ExpertInnen für Gesundheitsökonomie, Prävention, Umwelttoxikologie und Raum- und Verkehrsplanung.

Optionenliste

(basierend auf dem zu veröffentlichenden Optionenbericht)

Die durch die SDG-Gruppen ausgearbeiteten Optionen sollen als Vermittlung an die Bundesregierung fungieren, welche konkreten Optionen von Österreich gesetzt werden können, um die Agenda 2030 mit ihren 17 Sustainable Development Goals umzusetzen. Der Optionenbericht wird am 02.12.2021 veröffentlicht.

  • Option 3.1: Alltagsbewegung
  • Option 3.2: Reduktion der durchschnittlichen Kalorienaufnahme um 500 kcal pro Tag
    und Erreichen einer Ernährung nach den Empfehlungen der DGE / ÖGE
  • Option 3.3: Schutz und Förderung der psychischen Gesundheit
  • Option 3.4: Systematische und systemische Berücksichtigung von Gesundheitsauswirkungen bei allen Entscheidungen: Zeit- und zukunftsgemäße Präventionsprozesse und Strukturen
  • Option 3.5: Vermeidung übermäßigen Alkoholkonsums
  • Option 3.6: Durchwegung für Fußganger_innen und Radfahrer_innen
  • Option 3.7: Nahe ÖV-Stationen
  • Option 3.8: Nudging für sicheren Straßenverkehr
  • Option 3.9: Digitalisierung von Straßensicherheitssystemen
  • Option 3.10: Gewährleistung der sexual- und reproduktionsmedizinischen Versorgung für alle
  • Option 3.11: Ausbau der ELGA
  • Option 3.12: E-Health – Digitalisierung medizinischer Dienstleistungen
  • Option 3.13: Neue Finanzierungsmodelle für Gesundheitsdienstleistungen
  • Option 3.14: Stärkung von Prävention und Gesundheitsförderung
  • Option 3.15: Reduktion der Verschmutzung von Haushalts- und Umgebungsluft
  • Option 3.16: Verbesserung des Wasserschutzes mit Fokus auf Agrarchemikalien

UniNEtZ-Netzwerk

Leitung

  • Medizinische Universität Innsbruck (MUI): Marco Freek, Stefan Mayer

Mitwirkung

  • Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (MDW): Matthias Bertsch
  • Veterinärmedizinische Universität Wien: Günther Schauberger

forum n / Studierende

  • Medizinische Universität Innsbruck (MUI): Paula Wunsch
  • Medizinische Universität Wien (MedUni Wien): Katharina Mair
  • Sigmund-Freud-Universität Wien: Lukas Repnik

Weitere Beteiligte

  • Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA): Heinz Fuchsig
  • FH Joanneum: Karl Peter Pfeiffer
  • Landeskrankenhaus Rankweil: Kurt Achatz
  • Johannes-Kepler-Universität Linz (JKU): Erika Wagner
  • Medizinische Universität Wien (MedUni Wien): Jürgen Scharhag
  • Universität für Bodenkultur Wien (BOKU): Michael Pillei

Autor_innen

  • Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA): Heinz Fuchsig
  • FH Joanneum: Karl Peter Pfeiffer
  • Medizinische Universität Innsbruck (MUI): Günther Putz, Ulrike Kiechl-Kohlendorfer, Günter Weiss, Sergei Mechtcheriakov, Annemarie Kurzthaler, Bettina Toth, Bettina Böttcher, Katharina Feil, Anna Aulitzky, Hanna Hosa, Johanna Gostner,
    Herbert Oberacher
  • Medizinische Universität Wien (MedUni Wien): Katharina Mair (Studentin)
  • Paracelsus Medizinische Privatuniversität: Thomas Felder
  • Sigmund-Freud-Universität Wien: Lukas Repnik (Student)
  • Universität für Bodenkultur Wien (BOKU): Michael Pillei

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