/SDG 12: Nachhaltige/r Konsum und Produktion

Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen

Icon SDG12

Leitung:

Erik Hansen
Johannes-Kepler-Universität Linz
Tel: +43 732 2468 5520
erik.hansen@jku.at

Susanne Feiel
Montanuniversität Leoben
Tel: +43 3842 402 7230
susanne.feiel@unileoben.ac.at

Die Agenda 2030

SDG 12, „Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen“, ordnet sich mit seinen Unterzielen in der ökologisch-ökonomischen Schnittmenge der Nachhaltigkeit ein und ist für die Erreichung der Agenda 2030 hochrelevant, da enge Verknüpfungen zu anderen SDGs bestehen und SDG 12 für die Erreichung vieler Targets eine Basis legt. Um SDG 12 mit all seinen Targets zu erreichen, bedarf es der Anwendung eines breiten Instrumentariums, das sowohl Unternehmen der produzierenden Industrie, Service- und Handelsunternehmen in der gesamten Wertschöpfungskette umfasst, als auch die Endkonsument_innen miteinbezieht.

Themen, die im Rahmen des SDG 12 berücksichtigt werden, sind die effiziente und effektive Nutzung der natürlichen Ressourcen (12.2), die Reduktion der Nahrungsmittelverschwendung sowie die bestmögliche Nutzung nicht vermeidbarer Lebensmittelabfälle (12.3), ein umweltverträglicher Umgang mit Abfällen und Chemikalien (12.4), die Reduktion des Abfallaufkommens durch Vermeidung, Verminderung, Wiederverwendung und Wiederverwertung (12.5), die Einführung nachhaltiger betrieblicher Aktivitäten und Maßnahmen sowie Berichterstattung darüber durch Unternehmen (12.6), nachhaltige (öffentliche) Beschaffung (12.7) und die Förderung des Bewusstseins und vor allem auch des Handelns im Sinne eines nachhaltigen Lebensstils in der Bevölkerung (12.8) durch entsprechende Produkt-, Service- und Infrastruktur- Angebote. Als Bezugsrahmen und konzeptionelle Brücke für diese Targets wird dabei das Konzept der Kreislaufwirtschaft herangezogen.

Zur Situation Österreich

SDG 12, „Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen“, ist laut UN (2015, S. 24) darauf ausgerichtet, nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster zu entwickeln sowie deren Wettbewerbsfähigkeit, Realisierbarkeit und Praktikabilität sicherzustellen. Im Rahmen von SDG 12 wird als Lösungsansatz die Kreislaufwirtschaft herangezogen, deren übergeordnetes Ziel es ist, mit den natürlichen Ressourcen effizienter umzugehen sowie auch eine bessere Kompatibilität der eingesetzten Stoffe mit der natürlichen Umwelt zu erreichen. Der Ist-Zustand Österreichs bezüglich der Erreichung des SDG 12 ist in den Bereichen Zielerreichungsgrad und Datenerhebung heterogen. Während sich der Materialverbrauch seit 2010 nicht verringert hat, hat sich die Ressourcenproduktivität seit dem Jahr 2000 etwas verbessert (Eurostat, 2020). Auch im Bereich der Lebensmittelverschwendung zeigt sich bei den Haushalten und allen anderen Bereichen der Wertschöpfungskette (z.B. Landwirtschaft, Produktion, Handel) ein großes Verbesserungspotential. Was das Produktdesign anbelangt (z.B. Eliminierung gefährlicher Substanzen, langlebiges Produktdesign), fehlen in Österreich geeignete Indikatoren zur Fortschrittsmessung. Der Anteil von 45 % an stofflicher Verwertung von Abfällen liegt allerdings über dem EU-Durchschnitt. Trotzdem zeigen die Benelux-Staaten, dass diesbezüglich eine deutliche Verbesserung möglich ist (Eurostat, 2020). Nachhaltige Unternehmenspraktiken, werden zwar aufgrund rechtlicher Rahmenbedingungen immer wichtiger, die Anwendung des betrieblichen Umweltmanagements stagniert allerdings (Statistik Austria, 2020). In Österreich existiert zwar ein Aktionsplan zur nachhaltigen öffentlichen Beschaffung, allerdings sind Unternehmen zu wenig über die diesbezüglichen Herausforderungen informiert. (Abergel, Dean, Dulac & Hamilton, 2018).

Optionenliste

(basierend auf dem zu veröffentlichenden Optionenbericht)

Die durch die SDG-Gruppen ausgearbeiteten Optionen sollen als Vermittlung an die Bundesregierung fungieren, welche konkreten Optionen von Österreich gesetzt werden können, um die Agenda 2030 mit ihren 17 Sustainable Development Goals umzusetzen. Der Optionenbericht wird am 02.12.2021 veröffentlicht.

  • Option 12.1: Nachhaltiger Umgang mit mineralischen Rohstoffen von der Gewinnung bis inklusive Halbzeugherstellung
  • Option 12.2: Aktionsplan Hochwertiges Recycling: Design for Recycling, Schadstofffreiheit & Einsatz von Sekundärrohstoffen
  • Option 12.3: Reduzierung von Lebensmittelverlusten
  • Option 12.4 Änderung des Abfallregimes (Beginn und Ende der Abfalleigenschaft) zur Verstärkung der Kreislaufwirtschaft
  • Option 12.5: Forcierung nachhaltiger Unternehmen
  • Option 12.6: Integration von Ökobilanzen in öffentliche Bau- Ausschreibungsverfahren unter Berücksichtigung der Pre- und Post-procurement-Phase
  • Option 12.7: Konsum von Gebrauchsgütern in einer Kreislaufwirtschaft: nachhaltig und transformativ

UniNEtZ-Netzwerk

Leitung

  • Johannes-Kepler-Universität Linz (JKU): Erik Hansen
  • Montanuniversität Leoben (MUL): Susanne Feiel

Koordination

  • Johannes-Kepler-Universität Linz (JKU): Daniela Schrack
  • Montanuniversität Leoben (MUL): Patrick Trummer

Mitwirkung

  • Alpen-Adria-Universität Klagenfurt (AAU): Renate Hübner
  • Donau-Universität Krems (DUK): Bernhard Geissler, Gerald Steiner
  • Johannes-Kepler-Universität Linz (JKU): Wilhelm Bergthaler
  • Karl-Franzens-Universität Graz (KFU): Rupert Baumgartner, Romana Rauter, Josef Schoeggl
  • Montanuniversität Leoben (MUL): Michael Tost
  • Technische Universität Graz (TU Graz); Stephan Meier, Marco Scherz
  • Universität für Bodenkultur Wien (BOKU): Astrid Allesch, Marion Huber-Humer, Gudrun Obersteiner, Silvia Scherhaufer

forum n / Studierende

  • Johannes-Kepler-Universität Linz (JKU): Patrick Frey
  • Montanuniversität Leoben (MUL): Gloria Ammerer

Weitere Beteiligte

  • Donau-Universität Krems (DUK): Nils Haneklaus, Andrea Hoeltl, Nikolai Neumayer
  • Johannes-Kepler-Universität Linz (JKU): Daniela Ecker, Markus Gall, Manuela Prieler, Horst Steinmüller, Erika Wagner,
    Rainer Weiss
  • Karl-Franzens-Universität Graz (KFU): Christian Kozina, Anke Struever
  • Leopold-Franzens-Universität Innsbruck (UIBK): Anke Bockreis, Alexander Hanser
  • Montanuniversität Leoben (MUL): Elisabeth Lachner
  • Technische Universität Graz (TU Graz): Antonija Wieser
  • Universität für angewandte Kunst Wien: Friedrich Hinterberger, Peter Knobloch

Literatur

acatech – Deutsche Akademie für Technikwissenschaften (2020). Circular Business Models: Overcoming Barriers, Unleashing Potentials: Report of the Working Group on Circular Business Models, Circular Economy Initiative Deutschland. Executive Summary and Recommendations. acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften e.V. (acatech); Circular Economy Initiative Deutschland (CEID); SYSTEMIQ Ltd., Munich, Germany
Abgerufen von https://en.acatech.de/publication/circular-business-models-overcoming-barriers-unleashing-potentials/

Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF), Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK), Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) (Hrsg.) (2020a). Österreichischer Forschungs- und Technologiebericht 2020. Lagebericht gem. § 8 (1) FOG über die aus Bundesmitteln geförderte Forschung, Technologie und Innovation in Österreich. Wien.
Abgerufen von https://www.bmbwf.gv.at/Themen/Forschung/Forschung-in-%C3%96sterreich/Services/FTB.html

Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) (Hrsg.) (2020). Die Bestandsaufnahme der Abfallwirtschaft in Österreich: Statusbericht 2020. Wien.
Abgerufen von https://www.bmk.gv.at/themen/klima_umwelt/abfall/aws/bundes_awp/bawp.html

Europäische Kommission (EC). (2019). European Innovation Scoreboard 2019.
Abgerufen von https://ec.europa.eu/docsroom/documents/36281

Vereinte Nationen (UN). (2015). Resolution der Generalversammlung, verabschiedet am 25. September 2015 – 70/1. Transformation unserer Welt: die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Deutsche Fassung.
Abgerufen von http://www.un.org/Depts/german/gv-70/band1/ar70001.pdf

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